Uningaren auf Reisen

Uninga III - hinterm Tümpel - 23. Juni bis 26. Juni 2011

Reisegesellschaft: Andres, Fama, Godiva, Ignatz, Lucius, Lusiane, Marquardt, Niob, Rosie, Silas, Tamal, Thade

Wieder einmal steht der Aufbruch bevor. Wieder einmal werden Andres zu Freiendal und seine treuen Gefolgsleute die Strapazen, Entbehrungen und Qualen einer langen, harten Reise auf sich nehmen. Sie werden Wind und Wetter trotzen. Sie werden die höchsten Berge besteigen und die tiefsten Täler durchqueren. Sie werden trotz Hunger und Müdigkeit tapfer einen Schritt vor den anderen setzen. Sie werden sich von dem ernähren, was Wälder, Wiesen und Flüsse ihnen bieten. Sie werden Wegelagerer und Beutelschneider in die Flucht schlagen. Und das alles mit einem wichtigen Ziel: Auf gen Osten! Nicht einmal Andres selbst vermag zu sagen, was die wackeren Uningaren dort erwarten wird. Aber einer Sache kann er sich sicher sein: Die Uningaren stehen treu an seiner Seite, fallen zusammen und stehen wieder auf!

Nun, eine solche Reise will gut vorbereitet sein, weshalb man sich vier Tage Zeit nimmt, um das Lager probehalber aufzuschlagen, Zelte und SaUna auf ihre Wetterbeständigkeit zu prüfen, Kessel und Kleider zu flicken, Münzen zu zählen, die Salzvorräte durchzugehen und um sich von der Qualität des Bieres zu überzeugen. Hinterm Tümpel befindet man sich noch innerhalb der uningarischen Grenzen, dort fühlt man sich sicher und kann jederzeit Nachschub an Material, Werkzeug und Verpflegung beschaffen. Doch ganz reibungslos sollte auch diese Zusammenkunft nicht verlaufen...

Am ersten Abend befiehlt Andres zu Freiendal nicht ganz grundlos bereits das erste Gelage: Die SaUna wurde in mühevoller Kleinarbeit für die lange Reise tauglich gemacht. Stabil soll sie sein, schnell auf- und abzubauen und gut zu transportieren. Auch wurde sie mit einem neuen Banner versehen, das nicht nur die uningarische Rose, sondern auch den Namen Uningas in die Welt hinaustragen soll. Und so wird der Abend diesem uningarischen Wahrzeichen gewidmet und es wird mit dem einen oder anderen guten Tropfen darauf angestoßen, dass die SaUna der Reisegesell-schaft noch lange ein wärmender, trockener Ort der Zusammenkunft sein möge.

Bereits der zweite Tag hält aber mehr als nur eine Überraschung bereit. Andres zu Freiendal nimmt Fama, die Kräuterfrau, als neues Mitglied in die Reisegesellschaft auf. Seine kühne Entscheidung stößt bei einigen Uningaren – vermutlich bei denen, die davon ausgehen, nie auf die Dienste einer Heilkundigen angewiesen zu sein – auf Unverständnis. Nicht nur, dass Fama als Hexe und später sogar als Hecke verhöhnt wird, nein, Ignatz und Silas trachten ihr sogar nach dem Leben und werden zu Brandstiftern: Sie wollen herausfinden, ob die Hecke brennt. Doch der Anschlag scheitert glücklicherweise. Schon sieht sich Andres mit neuen Sorgen konfrontiert: Rosie, die Schwankmaid ist schwanger! Und weil sie nun mal ein unbedarftes, ausgelassenes, fast schon zügelloses Leben im Kreise uningarischer Männer führt, kommt es, wie es kommen musste: Der Vater des Kindes scheint nicht eindeutig zu bestimmen. Doch zumindest sind die möglichen Verursacher dieser misslichen Lage schnell auffindbar, sind sie doch alle im Lager dabei: Marquardt, Ignatz und Silas – sie alle drei haben ein Schäferstündchen mit der trinkfreudigen Schwankmaid verbracht und schränken damit – sehr zu Andres’ Missfallen – ihre sonst unermüdliche Arbeitskraft auf unbestimmte Zeit gewaltig ein. Nicht einmal Fama kann jetzt helfen, auch sie hat kein Mittel zur Hand, das schon während der Schwangerschaft den Vater eindeutig bestimmen könnte. So wird denn beschlossen, dass alle drei gemeinsam für Rosies Wohl und das ihres Kindes aufkommen sollen, bis zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht doch eindeutige Zeichen die Vaterschaft aufklären. Der Tag endet für alle Beteiligten mit einem versöhnlichen Mahl: Ignatz beglückt die ganze Truppe mit einem vorzüglichen Erbseneintopf, der sogar Andres’ ungeahnte Liebe zum grau-grünen Pframpf erweckt.

Der Uningare an sich gehört ja eher der gemütlichen Sorte an. Veränderungen, Fremdes und Unerhörtes machen ihn nervös und unruhig, er liebt die gelassene Gleichförmigkeit seines Alltags. Kein Wunder, dass die Reisegesellschaft in heller Aufregung ist, als am nächsten Tage bereits wieder seltsame Dinge vorgehen: Der Salzhändler hat hinter der SaUna einen Beutel Salz verschüttet, sein höchstes Gut, dem er all seinen Reichtum zu verdanken hat! Als die Uningaren genauer darüber nachdenken, fällt ihnen auf, dass er sich schon an den vorangegangenen Tagen ungewöhnlich verhalten hat, insbesondere hat er sein Getränk nie gesalzen und auch bei den anderen nicht, wie üblich, jede Schaumkrone mit einer Prise davon versehen. Nachdenklichkeit macht sich breit – und ein Verdacht: Steckt er vielleicht auch hinter dem listigen Diebstahl, seit dem Andres sein Schapel vermisst? Und tatsächlich: Bei der Durchsuchung von Marquardts Zelt taucht der Stirnreif des Barons auf! Alle sind entsetzt – sollten sie sich etwa jahrelang in Marquardt getäuscht haben? Sie fesseln und knebeln den Salzhändler, werfen ihn zu Boden, bedrohen ihn. Und plötzlich machen sie eine Entdeckung: Das uningarische Medaillon, das Marquardt schon seit langer Zeit um den Hals trägt, scheint sich verändert zu haben. Richtig – auf der Rückseite zeigt sich sanft schimmernd das grün-weiße Wappen der Trimorer! Wurde Marquardt etwa von den trimorischen Hunden verzaubert und seiner Sinne beraubt? Andres schneidet das Medaillon von Marquardts Hals und wie von Zauberhand scheint dieser wieder ganz der Alte zu sein – nur dass er sich an viele Vorgänge der vergangenen Stunden und Tage nicht erinnern kann. Andres muss handeln, ein solch feiger Anschlag auf seinen braven Salzhändler darf nicht ungesühnt bleiben. Und obwohl er gerne mit seiner gesamten Truppe gen Osten gereist wäre, beschließt er kurzerhand: Silas soll noch einmal nach Talandor reisen, um herauszufinden, ob Marquardt womöglich beim Besuch des SaBa-Tempels in Revenshain Opfer dieser trimorischen Attacke wurde. Damit für Silas’ Schutz und Verpflegung gesorgt ist, sollen ihn Lucius, der Salzwächter, die Magd Niob und die Schwankmaid Rosie begleiten. Doch nicht mehr heute – erst morgen soll der Aufbruch sein. Deshalb zaubert Ignatz noch einmal ein vorzügliches Mahl aus seinem Kessel. Das vorbeispringende Zicklein ist nicht umsonst gestorben, jedes Stückchen Fleisch des mageren Tieres wird genüsslich verspeist. Und danach heißt es wieder „Gelage befohlen!“ Doch wie der Tag, endet auch der Abend anders als erwartet: Mitten im Gelage öffnet sich die Tür der SaUna und hoher, ja höchster Besuch tritt ein: der alte Baron zu Freiendal! Gestützt von seinem treuen Mietling nimmt er am Kopf der Tafel Platz und versetzt seinen Sohn Andres in größtes Erstaunen – zunächst einmal durch seine bloße Anwesenheit, dann durch die neue, prunkvolle Krone, die er trägt, und schließlich durch seine übermächtigen Saufgewohnheiten, die selbst den trinkfestesten Uningaren übertrumpfen. Nun ja, Baron wird man eben nicht einfach so, das muss man sich erarbeiten... Der Grund für den Besuch des alten Barons ist einfach: Er möchte sich vom Wohlergehen seiner Reisegesellschaft überzeugen, Neuigkeiten über die einzelnen Mitglieder erfahren und nicht zuletzt seinem Sohn ein paar gute Ratschläge für den weiten Weg mitgeben. Und nicht nur das – er überreicht ihm die sagenumwobene Gnomenbimmel, das kleine Glöckchen am geflochtenen Bande, das seinem Träger Schutz vor allerlei Ungetier und Bedrohungen verspricht. Ein Geschenk, von dem Andres nie zu träumen gewagt hätte – und das er am nächsten Tag vor lauter Gelage-Nachwirkungen schon fast wieder vergessen hat.

Und so enden vier ereignisreiche Tage, in denen sich die Truppe an Körper und Seele gelabt hat. (Möge auch der Geist dabei nicht zu kurz gekommen sein!) Nun tragen sie alle stolz die uningarische Rose auf ihren Reisekleidern und machen sich auf gen Osten, einem unbekannten Ziel und einer ungewissen Zukunft entgegen.

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