Uningaren auf Reisen

Uninga II - Die Neujahrszusammenkunft - Tettau - Dezember 2010 / Januar 2011

Reisegesellschaft: Andres, Marquardt, Ignatz, Tamal, Rosie, Silas, Lusiane, Fama, Kotanus, Lucius, Eugla, Niob, Etzel

Schnee soweit das Auge blickt, schwere Eislasten drücken die Äste weit herunter und lassen die Bäume ächzen. Der Meram ist tief vereist und nur an wenigen Stellen haben Fischer ein paar Löcher geschlagen, um Ihre Angelruten auszuwerfen. Außergewöhnlich ist die Kälte nicht für diese Jahreszeit. Jedoch solche Schneemassen, zum Teil liegt der Schnee mehr als mannshoch, die haben auch die Alten noch nicht oft erlebt.

Mühsam ist der Weg und schon bilden sich erste Eiskrusten rund um Bart und Augenbraunen, aber zum Glück ist es ja nicht weit. Die uningarischen Gefährten haben sich aufgemacht Richtung Nordgrenze; sie folgen der Einladung von Silas, um dort auf dem Hofe der Trinkguts seinen persönlichen Jahrestag sowie den Jahreswechsel zu begehen.

Es dämmert schon, als die erste Reisegruppe (Tamal, Fama, Ignatz, Marquardt) die Lichter des Hofes in der Ferne ausmacht und in Erwartung der warmen Stube ihre Schritte beschleunigt. Die Hunde wittern die Neuankömmlinge natürlich zuerst und schlagen schon auf einhundert Schritt an. Wie jeder uningarische Hof, gerade die weiter abseits gelegenen, ist man auch hier wehrhaft auf die Bedrohung aus den Wäldern und Bergen vorbereitet. Doch die Axt ist nicht von Nöten, hier treffen Freunde und Weggefährten zusammen, um zu feiern und mögliche Sorgen des Alltags für einige Tage zu vergessen.

Bild

Der Empfang ist mehr als herzlich und schon ist man herinnen in der großzügigen Halle, reichlich präpariert mit Fellen, Waffen, Wappengehängen, Rüstzeug und einer großen Tafel für die kommenden Tage des Festes, die noch folgen sollen. Ein erster Brand vom Besten wird fast unverzüglich gereicht und gerne angenommen, denn die Knochen sind noch kalt und wollen von außen und innen gewärmt werden. Kaum ist das Nachtlager eingerichtet und die durchgefrorenen Kleidungsstücke gewechselt, da treffen auch schon weitere Gäste ein: Lucius und Kotanus, die beiden Zwenschenbrüder; Rosie, die Schwankmaid; Eugla, die Adeptin des Gelehrten; Niob, Magd am Hofe derer von Freiendal, und Etzel, der Bierkutscher, mit der wichtigsten Lieferung überhaupt. So kommt man also zusammen in der großen Stube, um den ersten Abend zu begehen und sich einzustimmen auf die Feierlichkeiten der nächsten Tage. Es wird geschmaust, getrunken, musiziert und gesungen. Gerade die neuesten Kreationen der beiden musikalischen Brüder im Geiste, Kotanus und Silas, wollen einstudiert, geprobt und wieder und wieder und wieder gespielt werden. Und wer nach der kräftezehrenden Anreise und einer Vielzahl von Brand und Bier den Tageswechsel noch erlebt, der erhebt sich und seinen Krug und stößt an auf Silas Trinkgut und auf ein Jahr mehr Lebenserfahrung des besten Tunichtguts in ganz Uninga.

Bild

Tag zwei bricht an, für manche auch erst spät; ein Uningare erwacht gar an anderer Stelle, als er sich zur Ruhe gelegt zu haben glaubte. Nach einem herzhaften und reichhaltigen Frühstück (so wie jede Mahlzeit in den kommenden Tagen) macht sich eine kleine Gruppe Unerschrockener (vor allem aber Unverfrorener) auf, die umliegenden Wälder zu erkunden und möglicherweise das eine oder andere Wild zu erlegen. Schnell müssen sie sich allerdings geschlagen geben, die Schneemassen hatten über Nacht noch weiter zugenommen und lassen selbst die Leichtgewichtigen und Leichtfüßigen unter ihnen bei jedem Schritt bis über die Knie im Schnee versinken. Da somit also kein Pfeil sein Ziel in ein Wildtier gefunden hat, wird sich im Anschluss in getrauter Runde im Hofe der Trinkguts mit dem Bogen geübt. Der beste Schütze wird nach alter Tradition, und zur Belustigung der restlichen Schützen, mit einem Krug Feuermet belohnt. Doch auch Können mit Schwert und Schild wird gezeigt; gar einige der Gefährten messen ihre Kräfte im Zweikampf. Lucius beeindruckt durch seine neue Schildkonstruktion, welche sich als äußerst solide und kampftauglich erweist. Und dann will auch schon wieder die Tafel für das Abendmahl, das letzte in diesem Jahreskreis, ein Festmahl also, gedeckt werden. Pünktlich zum Festschmaus, natürlich, trifft dann auch die hochwohlgeborene Reisegesellschaft mit Andres und seiner Zofe, Lusiane, ein. Nun, da die Festtagsgesellschaft vollständig ist, können auch die offiziellen Ehrungen vollzogen werden. Lucius, Etzel, Eugla und Niob erhalten durch Andres höchstselbst und von seinem Schwert die Salzung. Silas, eigentlich schon zu früheren Zeiten gesalzen, wird diese Ehre an seinem Jahrestag erneut zuteil. GELAGE BEFOHLEN heißt es nun in Folge für alle Anwesenden und so wird gezecht und gesungen, gefeiert und musiziert, gespielt und geraucht. Ein wahrlich langer Abend, der noch lange nicht zu Ende ist, als sich zu mitternächtlicher Stunde alle vor dem Hofe um ein großes Feuer versammeln, um auf ein neues glückliches Jahr in Uninga anzustoßen.

Bild

Bild

Doch auch ein langer Abend geht einmal zu Ende und nach einer viel zu kurzen Nacht, für manche länger, für manche kürzer, sieht man den meisten die „Entbehrungen“ der letzten beiden Tage an. Die Aktivitäten des Tages werden demnach durch allerlei Ruhepausen, Schläfchen und kurze Schlafpausen dominiert. Doch auch heute will ein Feuer entzündet, ein Mahl gekocht und den Freuden des Lebens gehuldigt werden; wenn auch etwas ruhiger und langsamer, als man es die letzten beiden Tage gewohnt war. Drei Nächte mit Gelage, mit Wein, Weib und Gesang; die Gefährten blicken glücklich und zufrieden zurück und freudig voraus auf ein erfülltes neues Jahr in Uninga im Kreise einer außerordentlichen Gesellschaft.

Bild

Und doch bleiben ein paar Fragen ungeklärt zurück:
• Ist der Feuermet endlich vernichtet oder müssen zukünftige Schützenmeister weiter bangen?
• Wird Ignatz seinem Lied jemals gerecht werden und/oder wird das Lied jemals beendet werden?
• Warum war Rosie eigentlich immer als erste wach und mit wem… ?