Bibliothek zu Uninga

Wie Thade zu den Uningaren kam.

Der Tross derer zu Uninga begegnet auf einem seiner Reisen auf der Strasse zwei Männern, die sich offensichtlich in hitzigem Streit mit einem dritten befinden. Auf die Entfernung ist zu erkennen, dass der Dritte recht hoch gewachsen ist und einen grünen Wappenrock trägt. Die beiden anderen scheinen aufgrund ihrer Kleidung zusammen zu gehören. Worum es genau geht, ist für die Uningaren nicht ersichtlich. Nichtsdestotrotz blockieren die Streitenden den Weg.

Die Uningaren nähern sich den zwei Männern von hinten und werden von diesen aufgrund des lautstarken Gezeters nicht wahrgenommen, wohl aber von dem Dritten im grünen Wappenrock, der sein Gesicht dem Tross zugewandt hat. In der jetzigen Entfernung können die Uningaren inzwischen verstehen, was geschrien wird. Es geht aber über Beleidigungen der übelsten Sorte und bissige Kommentare nicht hinaus. Somit scheint der Streit seinen Grund schon vor geraumer Zeit verloren zu haben und es ist nicht absehbar, dass er in nächster Zeit enden wird.

Der Baron entscheidet daher, seinen Mietling damit zu beauftragen, die Straße zu räumen. In Anbetracht seines kärglichen Lohns stapft dieser mit mürrischer Mine auf die Streitenden zu. Plötzlich deutet der Mann ihm gegenüber direkt auf den Mietling und sagt etwas von "Verstärkung", woraufhin sich die anderen beiden umdrehen. Der Mietling sieht sich zwei wirklich wütenden Männern mit hochroten Köpfen gegenüber. Beide ziehen ihr Schwert und einer von ihnen stürmt mit lautstarkem Gebrüll auf den Mietling zu, während der andere den Kampf mit dem Mann im grünen Wappenrock aufnimmt. Da ihm augenscheinlich keine Wahl gelassen wird, geht der Mietling seinem Handwerk nach. Nach kurzem Handgemenge, einigen leichten Blessuren für den großen Grünen und den Mietling und einigen schwereren Hieben für die beiden anderen, suchen diese fluchend das Weite.

Während die Uningaren noch ein wenig verstört über die Entwicklung der Situation sind, stellt sich der Grüne als Thade vor, dankt kurz angebunden für die Hilfe und will sich grinsend empfehlen.

Dem Baron dämmert, dass sein kostbarer Mietling seine Dienste soeben völlig kostenlos und unfreiwillig einem Fremden erwiesen hat. Ein wenig erbost darüber, und um seine Autorität zur Geltung zu bringen, zitiert er den Grünen zurück:
"He, Ihr da, Thade!"
Der dreht sich wieder in Richtung Baron um:
"Ja, der Herr?"
Der Baron überdenkt kurz die Situation und entscheidet, dass man hieraus ja vielleicht einen Vorteil ziehen könnte. Vor allem da man diesem Grünling ja so selbstlos und hilfsbereit seinen besten Mietling zu Hilfe geschickt hat.
"Meint Ihr nicht, es wäre angebracht, uns Eure Dankbarkeit für die geleistete Hilfe zu zeigen, indem Ihr zumindest erwähnt, dass Ihr uns etwas schuldig seid?"
Thade immer noch grinsend:
"Oh ja, sicher doch. Seid versichert, sollte ich Euch jemals in Schwierigkeiten finden, werde ich Eure Schwierigkeiten solange ablenken, bis Ihr Euch hinter Eurem Mietling befindet - oder er sich zwischen Euren Schwierigkeiten und Euch."
Der Baron erwiedert:
"Ich glaube Euch zweifelsohne, dass Ihr mit Eurer großen Klappe genügend Lärm schlagen könntet, um Etzel und seine Hunnen nach Jahren des Krieges von einer wehrlosen Jungfrau ablenken zu können. Ich hätte aber anderes im Sinn. Wir reisen in die nächste Stadt in dieser Richtung und ich könnte jemanden brauchen, der mir Gehör vor dem Pöbel verschafft. Nicht, dass ich meinen Mietling schicken muss, um mir Durchgang zu verschaffen. Seine Argumente sind nämlich eher eisenbeschlagen. Ihr solltet laut genug sein, um den Leuten klar zu machen, wer ich bin, dass sie zur Seite treten und uns entsprechenden Respekt zollen sollen."
Der Grüne denkt kurz nach, blickt in die Richtung, in die er gehen wollte, in die Richtung, in die die beiden Männer verschwunden sind, in die Richtung welche des Barons Tross nehmen will, erblickt die Essensvorräte (samt Bier- und Salzfass) in des Barons Tross, grinst und nickt.
"Einverstanden, Herr Baron."