Bibliothek zu Uninga

Aus den Uningarer Amtsbüchern

Geographische Lage

Uninga ist ein breites Hochtal in den Südlanden und verbindet den hohen Norden Talandors mit dem Fürstentum Trimor. Das Tal ist nur durch zwei Gebirgspässe erreichbar, welche nur im Sommer passierbar sind. Die Pässe sind unwegsam und den meisten Kartographen nicht bekannt.
Die Ebene selbst misst in etwa 16 Meilen längs des Passes und acht in seiner Breite. Mitten durch die Ebene zieht sich die Passtraße. Diese wird etwa im Mittelpunkt der Ebene von einem Bach, der Meram genannt wird, gekreuzt. Der Ursprung des Merams liegt an der südöstlichen Flanke Uningas in den Bergen und tritt als Wasserfall aus diesen hervor. Der Wasserfall ist ein Heiligtum der Göttin Urunisha. Große Teile Uningas sind zudem stark bewaldet. In der zentralen freien Fläche befindet sich eine Ansiedlung, genannt Uning. Weiter westlich davon findet sich Burg Freiendal, Sitz des Geschlechts der Freiendals.

Bevölkerung

Der genaue Zeitpunkt der Besiedelung ist nicht bekannt. Das Volk der Uningaren wohnt dort jedoch schon seit vielen Generationen, größtenteils abgeschottet von der Außenwelt. Dies hat seine Begründung zum einem im sogenannten "Großen Fluch" von Talandor als auch in der Notwendigkeit, sich vor marodierenden Orkbanden zu schützen.
So bildete sich ein wehrhaftes und geselliges Völkchen mit starker Fokussierung auf Land- und Forstwirtschaft sowie Bergbau und Brauereiwesen aus.
In der Siedlung Uning leben knapp mehr als ein Gros Menschen. In der gesamten Ebene weiterhin etwa vier Gros verteilt auf einzelne Gehöfte, eine Mühle, drei Minen und deren Ansiedlungen. In der Nähe der Minen sind noch knapp zwei Dutzend Zwerge ansässig. Jedes Grundhandwerk ist in Uninga vertreten und findet im Bergbau auch eine meisterhafte Ausführung.

Abseits der Uningarer Bevölkerung leben in den Wäldern Uningas die Mitglieder der Wilden Jagd: vier bis fünf Dutzend Verfolgte und Flüchtlinge aus anderen Gebieten, die sich hier niedergelassen haben. Sie leben von der Jagd und den Früchten des Waldes und pflegen nur wenig Kontakt zur Bevölkerung: Sie greifen ein, wenn Hilfe gefragt ist, und sichern Uningas Wälder vor Eindringlingen.

Wehrhaftigkeit

Uninga verfügt über zwei Dutzend ausgebildete Soldaten, die von Burg Freiendal aus über die Baronie wachen. In Uning und den kleineren Siedlungen dienen sie als Büttel. Darüber hinaus ist jeder Mann im wehrfähigen Alter verpflichtet, und jeder Frau ist es erlaubt, eine Waffe zu besitzen und zu führen. Aufgrund der Abgeschiedenheit vieler Gehöfte und Ansiedlungen sind die Bewohner gewohnt, selbst für Ihre Sicherheit Sorge zu tragen. Jedes Jahr wird im Rahmen der Erntedankfeierlichkeiten ein großer Wettkampf abgehalten, in welchem sich die Bewohner in den unterschiedlichsten Disziplinen messen.

Politik

Uninga ist Herrschaftsgebiet der Familie zu Freiendal. Diese hat als Regierung über Uninga einen Rat, bestehend aus vier Handwerksmeistern, vier geschätzten Bauern, dem Salzmeister, dem Silbermeister, einem Gelehrten und dem Baron, eingesetzt. Der Rat stimmt über alle wichtigen Belange Uningas ab, wobei die Stimme des Barons doppelt zählt. Der Rat ist ebenso verantwortlich für die Rechtsprechung, die Vorratshaltung, den Handel und soziale Anliegen. Einzig die militärische Kommandogewalt liegt beim Baron alleine.
Das Geschlecht der Freiendals wird als herrschendes Baronsgeschlecht von den Uningarer Bürgern anerkannt und geschätzt, da es für Sicherheit und bescheidenen Wohlstand sorgt. Sollte dies einmal nicht mehr der Fall sein, so darf man sich sicher sein, dass der wehrhaftige Charakterzug der Uningarer Bevölkerung für entsprechende Veränderungen sorgen wird. Das Geschlecht der Freiendals hat seine Herkunft aus dem Volk selbst und ist sich dessen auch bewusst.

Rechtsprechung

Ein einheitliches Gesetz existiert in Uninga nicht. Wer ein Anliegen hat, trägt dies dem Rate vor. Dieser versucht, von Fall zu Fall ein gerechtes Urteil zu sprechen.

Gesellschaft

Es existiert kein allgemeines Schulsystem. Kinder werden entweder von ihren Eltern oder von Handwerksmeistern ausgebildet. Uningaren sind des Lesens und Schreibens in der Regel nicht mächtig. Jedoch gibt es Ausnahmen, wie die brönliche Familie, welche die Hohe Kunst des Lesens und Schreibens von Generation zu Generation weiterreicht.

Wirtschaft

Die Wirtschaft in Uninga konzentriet sich vorwiegend auf Ackerbau und einfaches Handwerk. Ansonsten hat Uninga eine lange Bergbautradition, welche sich in seinen Minen wiederspiegelt. Hier wird sehr erfolgreich Salz abgebaut, mit weniger Erfolg auch Silber und Eisenerz. Salz hat sich in Uninga schon sehr früh als alltägliches Zahlungsmittel etabliert. Die Grundeinheit dieser Währung ist eine "Uningarer Schaufel" und entspricht einer original uningarisch genormten Schaufel Salz. Das erst später entdeckte Silber wurde ebenso als Zahlungsmittel eingeführt, bezieht seinen Gegenwert jedoch vom Salz. Münzen sind daher allesamt aus Silber und unterscheiden sich nur in ihrer Größe. Sie entsprechen dem Gegenwert von einer oder zehn Schaufeln Salz. Da Uninga über große Salz- und auch Silbervorkommen verfügt, stehen die Minen unter der Kontrolle des Herrschergeschlechtes. So wird sichergestellt, dass ein Wertverlust im Lande durch zu große Mengen an Salz oder Silber verhindert wird. Überschüssiges Salz und Silber wird im Außenhandel eingesetzt, um Waren nach Uninga importieren zu können. Die Kontrolle über das Salz obliegt dem Salzmeister, die über das Silber dem Silbermeister.

Steuerwesen

Uninga ist zehntfrei. Um jedoch eine Grundversorgung der Baronie zu gewährleisten, muss jeder Bürger einen Teil des von ihm erwirtschafteten Gutes gegen einen genormten Gegenwert in Salz tauschen. Diese Güter dienen als Vorrat in Notlagen und können auch für soziale Zwecke eingesetzt werden. Gegenüber Auswärtigen wird auf der Merambrücke bei Uning ein Zoll erhoben, dessen Höhe der Zöllner im Namen des Rates festlegt.

Handel

Haupthandelsgut Uningas ist das weiße Gold, Salz. In einer weiteren Mine wird Silber gefördert, welches zu Silbermünzen, genannt Schaufel, geschlagen wird. Innerhalb Uningas dienen Salz und Silbermünzen als Zahlungsmittel. Alle drei Minen befinden sich im Besitz der Familie zu Freiendal. Salz ist aber das einzige Gut, mit dem über Uningas Grenzen hinweg gehandelt wird.

Religion / Magie

Eine gefestigte Religion oder Glauben existiert in Uninga nicht. Im Tal der Uningaren wohnten schon lange vor den Menschen drei Gewalten, deren Existenz niemand anzweifelt. Vereinzelt werden diesen Opfer dargebracht oder Bitten übermittelt, jedoch ohne erkennbare Struktur oder Kult. Diese Gewalten sind die einzigen magisch begabten Wesen in Uninga. Uningaren selbst sind allesamt magieunkundig und auch nicht fähig, diese anzuwenden.